Deine Freunde
Michi Schunck

Deine Freunde

Unsere Freunde
Deine Freunde bieten ihren Fans eine Liebe auf Zeit.

Die drei Hamburger von Deine Freunde müssen echt hart im Nehmen sein. Denn ihre Fans der ersten Stunde haben sich von dem Trio längst wieder verabschiedet oder werden es in Kürze tun. Ganz bestimmt werden sie Deine Freunde in bester Erinnerung behalten, aber noch mal eine Platte kaufen, noch mal ein Konzert besuchen? Never – die alten Fans sind jetzt in der Pubertät.

Denn wer Deine Freunde entdeckt und dann zweifelsohne in sein Herz schließt, ist fünf oder sechs. Doch wenn der Fan dann zwölf oder 13 Jahre alt wird, muss er einen Abflug machen, der Musikgeschmack wird neu justiert. Für Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Nimscheck geht das in Ordnung, dass mit Eintreffen der Pubertät ein Hörer verloren geht. Die Männer, alle zwischen 29 und 39 Jahre alt, bleiben tiefenentspannt: Es wächst im wahrsten Sinne des Wortes Publikum nach. Und das hat nebenbei einen großen Vorteil, vom ersten Album werden immer noch so viele Einheiten verkauft wie vom dritten. Nur die vierte läuft noch besser. Die ist gerade ganz neu und steht als konsequente Weiterentwicklung der Vorgänger.

Deine Freunde sind mit „Keine Märchen“ noch einmal mutiger geworden. Sie können sich sicher sein, dass ihre Crowd nebst Eltern ihren Humor teilt. Da kann man auch mal eine Hymne auf die Fontanelle machen, das noch nicht zugewachsenen Stück am Schädel von Neugeborenen. Oder auch die Entlarvung der hirnrissigen Elterndrohung „Ich zähl’ bis drei“ mit ein paar fluffigen Beats unterlegen. Und darauf hinweisen, dass man Märchen nicht per se hassen muss, aber dass es passieren kann, dass man bis zum guten Ende längst eingeschlafen ist. Auch musikalisch sind unsere Freunde immer mutiger, denn es waren noch nie typische Kindermelodien, eher die Fanta Vier- und Depeche Mode-Schubladen. Weil das, was sie machen, vor ihnen noch keiner gemacht hat, können sie tun, was sie wollen. Markus: „Wir haben wenig darüber nachgedacht, wie wir was tun. Wir haben einfach gemacht und bei den vielen Auftritten, die wir hatten, Feedback von den Kids und deren Eltern bekommen.“

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 10 (Herbst 2017).

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