Selig
Chris Gonz

Selig

Opium flavoured Ginger-Mischung
Alles auf null und Neubeginn auf Schwedisch – mit ihrem neuen Album schließen sich für Selig viele Kreise.

Mit ihrem neuen, siebten Studioalbum „Kashmir Karma“ dokumentieren die Hamburger Selig eine neue Phase ihrer Karriere. Aufgenommen haben sie es in einer Hütte in Schweden und dort fanden sie nicht nur sich selbst und ihre Freundschaft wieder, sondern auch den Selig-Sound, der sie einst so prägte.
SCHALL. traf Gitarrist Christian Neander und Bassist Leo Schmidthals zu einem Hintergrundgespräch.

Kashmir Karma“ – sind Selig jetzt auf einem psychodelischen Trip?
Leo Schmidthals: Wir hießen in unserer Anfangszeit mal für zwei Wochen so. Wir fanden den Namen anfangs gut, er beschrieb das damalige „Hippieeske“. Dann kam „Selig“ um die Ecke und wir dachten, der ist noch passender. Als wir im vergangen Jahr in Schweden am Kamin unsere Tournee planten, erinnerten wir uns an diese Anfangszeit und haben erst die Tour so benannt. Ohne zu wissen, ob wir bis da schon ein Album haben – aber wir wollten touren!
Christian Neander: Ich habe die Bedeutung des Namens recherchiert. Es ist ein ganz abgefahrenes Gewürz. Opium flavoured Ginger-Mischung, ein psychodelisches Gewürz, das es wirklich gibt. Das passt zu uns. (lacht)
 
Ihr produziert Alben gern außerhalb hiesiger Gefilde. Wie kamt ihr auf Schweden?
Leo: Anna, die Frau von Jan Plewka, ist Schwedin und hat ein Haus von ihren Großeltern geerbt. Und sie sagte: „Fahrt doch dahin!“ Wir waren von der Idee begeistert.
Christian: Jan zeigte uns Fotos von dieser phantastischen Landschaft. Und er kennt dort jemanden, der ein Studio hat, da konnten wir uns sogar Equipment leihen.
Leo: Irgendwann saßen wir im Auto, vollgepackt, und konnten es gar nicht fassen, dass wir uns alle terminlich freischaufeln konnten. Das war auf einmal so befreiend: Zehn Tage völlige Ruhe, ohne Stress. Wir waren voller Vorfreude. Es war eine neue Phase.
Christian: Wir hatten alles auf null zurückgespult. Wohin diese Reise führt, war uns nicht klar. Wir hatten keine Plattenfirma, kein Management, keinen Keyboarder mehr. Nur die Idee, wieder Konzerte spielen zu wollen. Es gab von uns allen nur die Bekundung, etwas Neues machen zu wollen. So waren wir dann dort auf engem Raum, denn es ist kein großes Haus, sondern ein typisches, gemütliches Schwedenhaus. Wir haben viel geredet und miteinander erlebt – wir hingen 24 Stunden zusammen ab. Das war das Allerbeste, was wir zu dem Zeitpunkt machen konnten.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 10 (Herbst 2017).

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