Sophie Hunger
Marikel Lahana

Sophie Hunger

Das neue Korsett
Beat Machine, Synthesizer, Stimme und Gitarre. Das war Sophie Hunger neues Dogma.

Sophies eigene Art von Pop und Melodien bleibt auch auf dem neuen Album „Molecules“ eigenwillig und zauberhaft, doch das erste Mal in ihrem Leben macht sie etwas, von dem sie bisher Abstand genommen hatte – streckenweise sind die Lieder auf rein elektronischer Basis entstanden. Wie so ein Besuch im Berghain doch das Leben verändern kann!

Vor einer Dekade erschien dein Debütalbum ...
Es sind jetzt wirklich zehn Jahre! Ich war damals 24, 25 … sehr jung. Und ich bin auf diesen Zug aufgestiegen, als wäre ich auf das Zugdach geklettert – nicht in die erste Klasse, sondern oben drauf – und dann muss man sich gut festhalten. Der Zug fährt die ganze Zeit. Da müsstest du schon echt abspringen, und solange du das nicht tust, bleibst du in diesen Zyklen – du nimmst auf, gehst auf Tour und dann schreibst du wieder neue Lieder …

Obwohl du mir beim letzten Mal erzählt hast, dass du vor „Supermoon“ eine Phase der Erschöpfung hattest, in der du keine Musik machen konntest und wolltest. Es scheint, als hättest du seitdem wieder keine Ruhe gefunden.
Es ist weiterhin so, dass meine Arbeit mich beflügelt und ich auch Schwierigkeiten habe, eine Rolle außerhalb meines Berufes zu finden. Immer wenn wir auf Tour sind, fällt mir auf, dass ich mich wie in der perfekten Position auf einem Schachbrett fühle: Alles ist richtig. Ich kann dann auch am besten schlafen …

Dabei stellt man sich das Touren doch gerade als den puren Stress vor.
Bei mir nicht. Das neue Album war schon im Dezember fertig – und jetzt musste ich acht Monate warten, dass es erscheint, dass ich wieder auf Tour gehen kann. Das war der Stress. Das mache ich nie mehr! Das war so blöd für mich, dieses Warten – da entsteht bei mir Unsicherheit.

Und wieso dann diese Entscheidung?
Ich wollte mit diesem Album, das so fragil und dunkel ist, nicht in der Festivalphase starten, sondern eine lange Clubtour haben – auch, weil ich meine Band gewechselt habe, wir müssen erst lernen, wie wir spielen.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 13 (Sommer 2018).

(0 Stimmen)
Schlagwörter :

Ähnliche Artikel

Mehr in dieser Kategorie:

« Dota Gundermann »