SCHALL.
Diese Seite drucken
Fettes Brot
Chris Gonz

Fettes Brot

Love
Wie sich Fettes Brot dem Grauen entgegenstellen.

Wenn schon, denn schon: Nicht nur bringen die Brote Anfang April ihr neuntes Album auf den Markt, nein, nebenbei erscheint bei Rowohlt auch noch ihr Buch „Was Wollen Wissen“, basierend auf ihrer Radiosendung.

Aber natürlich sind wir SCHALL.isten vor allem anderen an der neuen Musik interessiert. Denn „Lovestory“ ist ein Konzeptalbum über die Liebe in all ihren verschiedenen Daseinsformen geworden, von sexueller, wahrer, rein und echt freundschaftlicher bis hin zur narzisstischen Selbstliebe und allem drum und dran. Jede Geschichte hat einen ganz eigenen gewitzten Blickwinkel und beweist, wie weit die drei Jungs aus dem Norden als Erzähler und Musiker in den letzten 25 Jahren gekommen sind. Wie haben uns „König“ Boris, Björn „Beton“ und Martin aka „Doktor Renz“ mal vorgeknöpft.

Mal eine ganz blöde Frage gleich zu Anfang: Warum ist der Albumtitel nicht im Plural?
Boris: Weil es einfach scheiße aussieht … (lacht)
Björn: Das wird halt – grammatikalisch richtig – mit „ie“ geschrieben und sieht einfach nicht gut aus.
Boris: Aber im nach hinein finde ich, dass es Sinn ergibt, das Album auch als eine ganze Lovestory zu betrachten. Das finde ich fast noch schöner.

Hattet ihr das Konzept von Anfang an geplant oder seid ihr währenddessen darauf gekommen?
Björn: Das hat sich so verdichtet …
Boris: Wir haben ganz frei angefangen, einfach ausprobiert, neue Songs zu schreiben, ohne Einschränkung. Wir haben uns in einem Haus an der Nordsee eingeschlossen, zusammen mit unseren Instrumenten, haben die Band mitgenommen und einfach angefangen zu spielen. Dann hatten wir 14 Songs und haben die unserem engsten Kreis vorgespielt – und die Lieder, die mit Liebe zu tun hatten, kamen am besten an. Da kam uns die Idee, dass man vielleicht wirklich nur ein Album mit Liebesliedern machen könnte. Es war hart, die anderen erst einmal wegzuschmeißen, aber monothematisch zu werden befreite uns auch. Weil wir uns davon lösen konnten, zeitgeistig sein zu müssen, etwas zur Lage sagen zu müssen. Was für mich immer ein tierischer Druck ist … Aber dann stellte sich heraus, dass es uns über diesen Umweg möglich wurde, sogar noch mehr zeitgeistige Sachen zu schreiben.
Björn: „Du driftest nach rechts“ ist das beste Beispiel. Wir wollten schon immer einen Song über das Thema Rechtsradikalismus machen, aber wir haben immer nach dem Weg gesucht. Wie kommt man dahin, das nicht klischeehaft zu machen oder wie Songs, die es schon gibt? Aber über den Blickwinkel „Liebe“ haben wir einen Weg gefunden.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 15 (Winter 2019).

(0 Stimmen)
Schlagwörter :
Template Design © Joomla Templates | GavickPro. All rights reserved.