Alex Mofa Gang
Chris Gonz

Alex Mofa Gang

Ganz oder gar nicht
Keine halben Sachen mit der Alex Mofa Gang.

Alex Mofa ist ein alter Bekannter. Wir haben ihn auf „Reise zum Mittelmaß der Erde“ (2016) kennengelernt. Ein Jahr später, beim Nachfolger „Perspektiven“, wurden wir Freunde. Seine Gang, eine der besten Indie-Bands des Landes, hat sich nach ihm benannt. 2012 haben sich die Punkrocker gegründet, und wenn sie sich heute auch Pop trauen, schimmern ihre Wurzeln immer noch durch. Und jetzt schließt die Alex Mofa Gang mit „Ende offen“ den Kreis bzw. die Trilogie. Sind Sascha Hörold (Gesang, Gitarre), Gregor Hörold (Bass, Gesang), Matthias Vogel (Keyboard, Gitarre, Gesang), Thomas Kosslick (Gitarre, Gesang) und Michael Breuninger (Schlagzeug) die Meister des Konzeptalbums? Vielleicht auch das, doch ihre Songs funktionieren ebenso im Alleingang. SCHALL. traf die charismatische Band zu einem entspannten Shooting und sprach anschließend mit Sascha, Michael und Tommy über den Stand der Dinge und wie es weitergeht: Ende offen!

Es gibt ja die bekannten Klischees zum ersten und zweiten Album – und beim dritten ist es im Allgemeinen so, dass man endgültig bewiesen hat, dass man wirklich Musiker ist, selbst wenn man sich noch mit anderer Arbeit finanziert.
Sascha: Ja, beim ersten Album macht man so lange rum, bis man es gut findet. Das Zweite haben wir komischerweise ohne Druck und aus Versehen sehr schnell fertig geschrieben. Das ist komplett entstanden als das Erste gerade erst rauskam – im Sommer zwischen den Festivals, beim Proben, aus reiner Euphorie! Und beim Dritten – du hast recht, da sind wir irgendwie als Band voll angekommen.

Ich denke, ihr seid eine „normale Band“, keine die auf dem Zahnfleisch geht, aber auch noch nicht die Stars, denen volle Arenen in den Schoß fallen. Dort, wo ja eigentlich die meisten Bands stattfinden … Ist das schon so, wie ihr es gewollt und euch vorgestellt habt?
Sascha: Wir alle fünf haben den Wunsch, so viel Zeit wie möglich mit dieser Band zu verbringen und Musik zu machen. Wir haben das Glück, dass wir auch sonst im näheren oder weiterem Umfeld mit Musik arbeiten – als Dienstleister für andere Künstler, wie im Crewbereich, als Licht- und Tonleute oder im grafischen Bereich, wie im Falle von Michi zum Beispiel, der viele Cover oder Poster für andere Bands macht. Und bei uns selbst: Fußballer würden sagen, wir schauen immer von Woche zu Woche – wir also von Platte zu Platte, von Tour zu Tour. Natürlich analysieren wie die letzte Tour auch und schauen uns jetzt schon die Vorverkäufe für die kommende an. Das Wichtigste ist für uns, dass wir nicht das Gefühl haben, es stagniert. Solange Fortschritt und Entwicklungen stattfinden, ist alles super. Ansonsten gibt es kein festes Ziel.

Wenn ich mir den Tourplan vom letzten Jahr ansehe und dann, was ihr dieses Jahr alles vorhabt – die Festivals, die Supports und die eigene Tour – bleibt da genug Zeit für alles andere, was nötig ist?
Michael: Wenn du da so schaust, das sind 50 Tage Tour, da bleiben ja doch noch 300 übrig! (lacht)

Mit all dem Reisen und Proben kann man das aber gleich schon mal verdoppeln …
Tommy: Es ist schon kompliziert … Und dadurch, dass wir alle auch für andere Bands arbeiten, ist die Krux daran, das es mit denen zusammenpassen muss – gerade während des Festivalsommers. Aber wir haben vor ein paar Jahren gesagt, dass wir das jetzt halt wirklich mit der Band machen. Und dann muss alles andere außen rumgestrickt werden. Da kommt noch dazu, dass wir aus allen Himmelsrichtungen, mit den absurdesten Reiseplänen und Bummelzügen hin und zurück fahren. Aber auch das ist ja keine Frage, denn es muss halt sein.

Das klingt, als gab es den einen Moment, an dem ihr euch zusammengesetzt und euch für Alex Mofa Gang entschieden habt.
Sascha: Wir haben uns ja Ende 2012 das erste Mal getroffen. Eigentlich nur, um mal ein Wochenende mit Freunden Musik zu machen. Wir waren fünf Kumpels, die sich mal ihre neuen Demos vorspielten. Dass da eine Band draus werden würde, war nicht geplant – aber dann sofort klar! 2013 haben wir uns zwei Touren gebucht, sind mit dem Wohnmobil losgeeiert und haben Musik vor elf zahlenden Gästen gemacht. Und dann eine Bookingagentur gefunden … aber irgendwie waren alle unserer normalen Kunden selber immer auf Tour und es gab viele Überschneidungen. Ende des Jahres haben wir festgestellt – so geht es nicht noch mal. Entweder – oder! Entweder Hobby – was auch okay wäre –, aber nee! Und dann haben wir mit Stringenz angefangen, am ersten Album zu arbeiten.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 16 (Frühling 2019).

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