Jini Meyer
Sarah Kayser

Jini Meyer

Am Ende ist alles gut
Ohne Luxus und ohne Lärm: Jini Meyer macht sich frei.

Elf Jahre war Jini Meyer Stimme und Gesicht von Luxuslärm. Die Band verkaufte eine Menge Platten, der Deal mit dem Branchenriesen Universal sollte alles auf das nächste Level heben. Aber alles kam anders – und dann war auf einmal Schluss. Doch für die ehemalige Frontfrau der Band geht jetzt alles wieder von vorne los.

Jini, wie fühlt man sich, so kurz vor dem Release des ersten Soloalbums?
Es fühlt sich unfassbar an, wirklich. Ich war selten so stolz auf etwas wie auf dieses Album. Und dass es bald viel mehr Leute hören werden, macht mich total glücklich.

Du hast schon die ersten Gigs mit neuer Band und neuem Material hinter dir. Wie war’s?
Es war wie vor 13 Jahren, als alles mit Luxuslärm losging. Ich war damals voller Energie, hatte Lust, die Menschen von unserer eigenen Musik zu überzeugen. Es ging nicht um Geld oder Business, nur darum, Musik zu machen. Das ist alles auf dem Weg verloren gegangen. Und nun, nach zwei Jahren Pause, ist das alles wieder da. Auch die Nervosität ist wieder zurück, was ich persönlich für extrem wichtig halte, weil man daran erkennt, wie wichtig das alles für einen selbst ist.

Fühlt es sich anders an als früher? Oder ist es auf der Bühne dasselbe?
Es fühlt sich schon anders an, irgendwie selbstständiger. Ich habe alle Texte selbst geschrieben, habe meine Musik im Studio so aufgenommen, wie ich auch live singe, mit viel Power. Und ich kann tun und lassen, was ich will. Und ich mache das alles ohne Druck. Das habe ich mir geschworen. Nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Also würde ich sagen: Es fühlt sich besser an.

Bei deiner letzten Veröffentlichung stecktest du noch in der ganz großen Majormaschinerie drin. Was ist heute anders?
Ich bin viel unabhängiger, habe ein kleines Team um mich, das zusammen mit mir Vollgas gibt. Das reicht mir gerade vollkommen. Es hat bestimmt auch seine Vorteile, bei einem Major zu sein, aber das sehe ich in diesen Tagen für mich als Sängerin nicht. Mir geht es nicht ums Business, sondern darum, die Leidenschaft für Musik wiederzufinden. Und dieses Album ist ein Riesenschritt dorthin.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 17 (Sommer 2019).

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