Yello
Universal Music

Yello

Wie die Kinder im Sandkasten
Yello bleiben on point!

Die Schweizer Electro-Pioniere über guten Wein, weite Hosen, Synchron-Tanz und den Zufall ihres Erfolgs.

Der umtriebige Dieter Meier (75) gehört zu den vermögendsten Schweizern. Und doch mutet seine Familienvilla am hügeligen Stadtrand von Zürich eher kreativ und verspielt an als protzig – wenn man mal von den zwei angeschlossenen Golfplätzen und dem Swimming-Pool absieht. Im unteren Stockwerk ist auch das Yello-Studio beheimatet, in dem sein kongenialer Partner Boris Blank (68) für den elektronischen Soundteppich für Meiers dadaistische Texte sorgt. Hits wie „The Race“, „Bostich“ und „Oh Yeah“ sind längst zu Klassikern des Elektropop geworden. Am 28. August erscheint das 14. Yello-Album „Point“. Es klingt unverkennbar nach Yello und wie ein Roadtrip durch glitzernde Casino- und Crime-Scene-Welten. Beim SCHALL.-Interview im Garten erzählen die Beiden von Synchron-Tanz, gutem Wein, weiten Hosen und dem Zufall ihres Welterfolges.

Sind auf diesem Anwesen die großen Hits von Yello entstanden?
Boris Blank: Na, klar! Seit 1985 produziere ich hier. Es standen schon Shirley Bassey, Billy MacKenzie und Moby in diesem Studio. Es ist ein Ort, der sehr viel Wirkung hat.
Dieter Meier: Das Haus hatte ich schon immer als kleiner Junge gesehen, weil ich auf der anderen Seite des Golfplatzes aufgewachsen bin. Als Kind dachte ich: Dieses Haus würde ich gerne mal haben. Fast hätte ich es verpasst, als es dann verkauft wurde. Es war abgewirtschaftet, aber das liebe ich, weil ich dann sanft und behutsam renovieren kann.

Herr Blank, haben Sie Dieter auch mal auf seiner 30.000 Hektar großen Bio-Farm mit den 10.000 Rindern nahe Buenos Aires besucht?
Blank: Nein, was sehr schade ist. Aber wenn das mit Covid-19 vorbei ist, werde ich mit meiner Frau dorthin reisen.

Herr Meier, sie besitzen vier Restaurants in Zürich, zwei in Berlin. Sind sie oft dort?
Meier: Schon. Die Restaurants sind sehr wichtig, damit die Leute meine Produkte kennenlernen – vor allem meinen Wein und mein Beef aus Argentinien. Die Gäste schätzen das und fangen auch an, Qualität zu verstehen. Ich bin selbst mein bester Kunde: Ich trinke sehr gerne Wein, jeden Tag und nicht nur meinen eigenen.
Was gibt ihnen denn die größere Befriedigung: Wenn jemand ihren Wein lobt oder einen ihrer Yello-Songs?
Meier: Beides ist toll. Wobei guter Wein vergleichsweise einfacher zu machen ist als ein guter Song. Zumindest wenn du Spitzenleute am Start hast, mit denen du die Richtung des Weines vorher besprichst. Einen guten Song zu schreiben ist Glückssache. Der fällt einem zu oder eben nicht.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 21 (Herbst 2020).

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