AnnenMayKantereit
Martin Lamberty

AnnenMayKantereit

Momentaufnahme
Gemeinsam mit AnnenMayKantereit aus dem Loch.

Ihre bislang größte Tour hätten sie spielen sollen, gefolgt von jeder Menge großen Festivals. Doch Spielverderber Corona hat auch den einstigen Straßenmusikanten AnnenMayKantereit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Kölner ließen sich nicht unterkriegen, trafen sich in virtuellen Räumen, um das zu machen, was sie am besten können und was ganz nebenbei noch eine therapeutische Wirkung hat: Sie machten Musik. Dass daraus ein Album werden würde, war gar nicht der Plan. Aber so ist das eben 2020: Das, was man plant, klappt nicht, und das, was man nicht vorhersehen kann, passiert einfach.

„Wir waren bis März fest in diesem Film, den wir jetzt auch schon seit einigen Jahren kennen und der uns ein Stück weit Sicherheit vermittelt: Wir waren auf Tournee“, rollt Severin Kantereit das turbulente Jahr aus AMK-Sicht auf. „Das kennen wir mittlerweile, dieses Leben leben wir gern. Wir waren jahrelang viel unterwegs – und saßen auf einmal zu Hause, vollgepumpt mit dem Adrenalin der letzte Konzerte, von dem wir nicht wussten, wohin damit. Wir fühlten uns wie Fische an Land, als wir merkten, dass es mit Konzerten, mit Festivals erst mal vorbei ist.“ Die Pandemie trifft alle, besonders hart aber eben die Kulturbranche. Glück hat, wer in den letzten Jahren gut verdient und gut gewirtschaftet hat. AnnenMayKantereit haben das, wie Schlagzeuger Severin Kantereit zugibt. „Wir befinden uns in einer durchaus privilegierten Position, weil wir in den letzten Jahren sehr viel live gespielt haben. Bei unserer Crew“, betont er, „sind diese Sorgen und Ängste aber viel realer, viel unmittelbarer. So langsam gehen da die Ersparnisse zur Neige.“ Dieser Blick fehlt vielen immer noch, auch in der Politik: Eine Band besteht eben nicht nur aus den lässigen Typen, die da auf der Bühne stehen. Die sind nur die Spitze des Eisbergs.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 22 (Winter 2020).

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