Clueso
Christoph Köstlin

Clueso

Ganz nah dran!
Clueso hat mit Neuanfang 4.0 den Spagat geschafft.

Nach acht mit Gold oder Platin ausgezeichneten Studioalben, die sich weit über eine Million Mal verkauften, war es an der Zeit, wirklich etwas zu ändern.

Selbst wenn man schon mit Künstlern wie Udo Lindenberg, Capital Bra oder den Fantastischen Vier gearbeitet hat und Tourneen durch die größten Hallen des Landes feierte. Es bewegte sich zu wenig. So entschied sich Clueso zu seinem 40. Geburtstag, die Dinge einfach noch einmal ganz anders anzugehen. Der musikalische Grenzgänger erfand sich mal wieder künstlerisch neu. Anfang Oktober veröffentlichte er das Resultat: „Album“. SCHALL. traf Clueso an Rande eines großen Open Airs beim „Apoldaer Musiksommer“ zum Interview.

Ist „Album“ nach „Neuanfang“ von 2016 jetzt dein eigentlicher Neuanfang?
Ich würde sagen, dass „Album“ mehr nach Neuanfang klingt, als „Neuanfang“ geklungen hat. Der Titel „Neuanfang“ hat zu den Themen gepasst, die auf dem Album drauf waren, denn da ging es ja um die Trennung von meiner damaligen Band, vom Zughafen etc. Das war vom Feeling wirklich ein Neuanfang. Der Sound, dieser typische Clueso-Bandsound, der war aber wie auf vielen früheren Alben. Das „Album“ wiederum ...

… beim ersten Durchhören war ich etwas …
Sag es ruhig. Irritiert? (lacht)

Ja und Nein. Die Erwartungshaltung war eine andere. Ich habe mich diesmal erst beim zweiten Durchhören reinversetzen können. Was ist die Geschichte von „Album“? Du hattest vergangenes Jahr deinen Vierzigsten, hast dich von Universal Music getrennt, bist zur Sony gegangen. Aber auch viele deiner Ansprechpartner, die dich lange begleitet haben, haben diesen Wechsel gemacht.
Ja, vor allem Daniel Lieberberg ist für mich so jemand. Wir führten einen langen Austausch. Ich habe ihm gesagt, ich möchte jetzt in eine neue Richtung gehen. Sowohl eine Verjüngung als auch einen Spieltrieb an den Tag legen. Er überlegte, ob wir nicht mal mit viel Vorlaufzeit verschiedene Produzenten ausprobieren wollen. Wie verschiedene Schneider. Die machen im besten Fall deinen neuen Anzug, geben alles, dass dabei was Ordentliches herauskommt. Und man wird vielleicht von etwas überzeugt, was man sonst nicht nehmen würde. Daniel kannte Decco Music, die alles, was Rang und Namen hat, produzierten und meinte: „Ey, Clüsen, lass uns erst mal eine ordentliche Top-Nummer machen. Ihr trefft euch in Berlin und legt es darauf an.“ Und es wurde „Sag mir was du willst“, sofort der meistgespielte deutsche Song im Radio zu der Zeit. Die kamen auf die Idee, einen Pre-Chorus auf den Chorus zu legen. Das hatte ich noch nie und fand das sehr geil. Klappt aber nicht immer auf dem Level, wo wir gerade bei Produzenten sind. Die sind auch nicht billig! (lacht) Das ist aber ein Top-Niveau, da klappt meistens was.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 25 (Herbst 2021).

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