Jadu
Anelia Janeva

Jadu

Prinzip der Manifestierung
Jadu wirft einen tiefen Blick in die menschliche Psyche.

Wer bin ich? Was sind meine größten Ängste? Und wie definieren sich Gut und Böse? Existenzielle Fragen, denen sich die Berliner Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin Jadu auf ihrem zweiten Album „Modus Operandi“ stellt.

Jadula Laciny alias Jadu liebt den Bruch. Den Widerspruch. Und das Spiel mit Grauzonen aller Art. Den Moment, in dem die Grenzen zwischen den Extremen verschwimmen und ein künstlerisches Niemandsland entsteht, in dem sich die 33-Jährige hörbar wohl fühlt. Schon auf ihrem 2019 erschienenen Debütalbum „Nachricht vom Feind“ verband Jadu harten Industrial Rock mit entschleunigten TripHop-Beats und ätherisch-abgedunkelten Barock-Pop-Einflüssen zu einem bilderstarken Stilmix, den sie mit gesellschaftskritischen Lyrics und einer oftmals martialischen Sprachästhetik zwischen Baudelaire und Battlefield, Boudoir und Dark Room kombinierte. Der somnambule Soundtrack zu Jadus unruhigen Fieberträumen, mit dem sie 2020 noch kurz vor Ausbruch der Pandemie im Vorprogramm von Pyro-Metal-Lichtgestalt Till Lindemann und seinem gleichnamigen Soloprojekt das deutsche Livepublikum hypnotisierte.

Zwei Jahre später richtet sich Jadus Blick nun nach innen. Aufs Selbst. Den Nukleus ihrer fast schizophrenen Vielschichtigkeit. Ihren ganz persönlichen „Modus Operandi“, nach dem die Musikerin agiert. Allgemein als „Methode des Handelns“, in der Forensik auch als „Tätercharakteristik“ übersetzt, bildet ihr Mitte September erscheinendes Zweitwerk ein komplexes Themengeflecht aus Täter/Opfer-Psychologie, den sieben biblischen Todsünden, mythologischen Querverweisen und jeder Menge True-Crime-Referenzen ab, aus dem Jadu mit Eifer wie einst Goethes Dr. Faust des Pudels Kern heraus zu sezieren versucht. Jadula Laciny im SCHALL.-Gespräch über ihren vertonten Dark Pop-Mysterythriller.

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 27 (Sommer 2022).

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