SCHALL.
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Elaiza
Ben Wolf

Elaiza

In Bewegung
Elaiza haben zwei wilde Jahre hinter sich, doch die Ruhelosigkeit dient ihnen auch zur Nachhaltigkeit.

Auch wenn Elaiza beim Eurovision Song Contest 2014 den Aufmerksamkeitsturbo gezündet haben, ruhten sich die drei Musikerinnen keineswegs darauf aus, sondern schraubten mit viel Liebe zum Detail und einer noch größeren Affinität zum Pop an ihrem zweiten Album „Restless“.

Die Geschichte von Elaiza war bisher immer die Geschichte vom ESC 2014 – wie sie sich als Newcomer die Wildcard für den Vorentscheid sicherten, dort an allen etablierten Acts vorbeizogen und gewannen, und somit dann Deutschland beim ESC in Kopenhagen vertreten durften, dort allerdings nur auf Platz 18 landeten. Mit ihrem zweiten Album „Restless“ machen die drei nun handgemachten Folk-Pop, der einen osteuropäischem Einschlag besitzt. Das instrumentale Dreigestirn aus Klavier, Kontrabass und Akkordeon nutzte die Gelegenheit, um sich auszuprobieren, heraus kam ein poppiges und eigenständiges Werk.

Ihr habt zwei sehr bewegte Jahre hinter euch. Das neue Album heißt nun „Restless“. Ich kann mir vorstellen, dass ihr ruhelos wart in der heißen Phase, aber seid ihr es jetzt auch noch?
Ela: Der Titel „Restless“ ist so ein bisschen eine Liebeserklärung an die Band. Denn ich bin immer so die Ruhelose, die immer wuselt. Mir ist es wichtig, immer in Bewegung zu bleiben, damit es nach vorne geht. Und 2015 war das wirklich extrem. Ich glaube, ich bin dann auch kurz mal durchgedreht. (lacht) Die Mädels haben mich wieder auf den Boden zurückgeholt. Wenn man von außen immer gesagt bekommt, das zweite Album ist das Schwierigste, dann denkt man sich noch: „Quark.“ Aber irgendwann stellt man fest, ja, kann schon sein. (lacht)
Yvonne: Naja, es geht ja jetzt auch gleich weiter mit einer neuen Tour, auf der wir der Öffentlichkeit zeigen, was wir so Neues gemacht haben.
Natalie: 2014 war es eher so eine äußere Ruhelosigkeit, weil man einfach viele Termine hatte und Konzerte gespielt hat. 2015 war es dann eher so eine Art innere Ruhelosigkeit, weil wir selber aktiv sein mussten, geschrieben und produziert haben.

Auch wenn 2014 die Ruhelosigkeit von außen kam, war das Jahr mit dem Überraschungssieg beim ESC-Vorentscheid und der Goldauszeichnung einerseits und dem Platz 18 beim ESC andererseits nicht trotzdem ein Auf und Ab der Gefühle?
Yvonne: Die Goldene Schallplatte war erst nach dem ESC. Für uns war das dann eine Bestätigung, dass unser Song doch ganz gut angekommen ist, auch wenn Europa beim ESC „nur“ Platz 18 gewählt hat.
Ela: Uns als Band gab es da ja erst ein Jahr. Wir waren noch New-
comer. Wie definiert man da Erfolg? Was danach kam, war unglaublich. In Polen in den Radio-Charts auf Platz 1, wir haben in Slowenien gespielt, wurden europaweit bekannt. Jetzt gerade haben wir erfahren, dass „Is it right“ in Brasilien in die Charts gekommen ist. Das ist megakrass und da sind wir natürlich dankbar für. Es kostet eine Newcomer-Band unfassbar viel Kraft, damit man überhaupt mal im Radio gespielt wird. Wir haben diese Chance wahrgenommen und es immer eher als einen Startpunkt betrachtet.
Natalie: Das Auf und Ab der Gefühle haben wir immer, wir sind ja drei Mädchen in der Band. (Gelächter) Es bedeutet ja auch nicht, dass es einmal diesen Startschuss gab und es dann immer so von alleine weiter geht und man nichts mehr machen muss. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das reicht. Man muss selber gucken, dass es weitergeht. Gerade, weil die Leute uns durch den ESC übers Fernsehen und nicht auf der Straße oder bei Konzerten kennengelernt haben, muss man versuchen, eine Nachhaltigkeit herzustellen, indem man viel live spielt und somit direkten Kontakt zu den Menschen aufnimmt und nicht nur über die Mattscheibe. Das dauert auch einfach seine Zeit.

Ihr wart 2014 auf jeden Fall in aller Munde, aber ich hatte das Gefühl, dass die Medien euch auch recht schnell wieder haben fallen lassen. Stimmt der Eindruck?
Natalie: Wenn man was zu erzählen hat, ist man für alle immer interessant. In dem Fall hatten wir eben unsere ESC-Story zu erzählen. Wenn die dann vorbei ist, dann flaut das natürlich auch schnell wieder ab, ist ja klar. So funktionieren die Medien.
Ela: Wir haben uns danach einfach auf uns als Band konzentriert. Wir haben ganz viel geprobt, gespielt, neue Songs geschrieben und uns auf uns als Musikerinnen fokussiert.
Yvonne: Genau, am liebsten lassen wir natürlich unsere Musik für uns sprechen. Die erzählt ja die spannendsten Geschichten. .

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 4 (Frühling 2016).

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