Jazzanova
Philipp Jester

Jazzanova

Musikforscher und ihre Zukunftsmusik
Eine Berliner Erfolgsgeschichte direkt aus der alten Clubszene: 20 Jahre Jazzanova.

Zum Jubiläum sprach SCHALL. mit Jürgen von Knoblauch, Alex Barck und Sascha Leisering, drei der Gründer und Köpfe des DJ- und Produzentenkollektivs, über die ersten Erfolge, die Faszination das Plattendiggens und die Legende des Delicious Doughnuts.

Es war ja nicht so, dass wir Anfang und Mitte der 90er-Jahre wussten, was wir erlebten. Dass sich all die leerstehenden Gebäude in Berlin Mitte in Clubs und kreative Spielwiesen verwandelten, geschah einfach so, in einer Zeit, in der Veränderung sowieso die einzige Konstante war, schon allein weil man selber gerade dabei war, vom Teenager zu einer Art Erwachsenen zu werden.

Man ging einfach in den Tresor, weil man zu House tanzen wollte, in den Bunker, um es mit Gabba aufzunehmen, ins E-Werk vielleicht nur, weil die Halle so groß war, und ins Delicious Doughnuts, weil man dort praktisch jeden Tag der Woche zu Funk und Soul, Jazz und Acid Jazz, Breakbeat, House oder Downtempo tanzen konnte, während sich hinter den Turntables des kleinen Clubs an der Ecke Rosenthaler Straße/Auguststraße DJs und Musiker kennenlernten, die die gleichen Abenteuer erlebten, feiern wollten und Musik liebten. Nur dass einige von ihnen als Jazzanova weltweit berühmt werden sollten – als gefragte Remixer, DJs und als Produzenten und Schreiber ihrer eigenen Tracks und Lieder. Ihr 1997 gegründetes Label Sonar Kollektiv stellt bis heute eine der feinsten Adresse der Szene da.

„Wir wurden da zusammengeworfen“, lacht Sascha Leisering, wenn er sich an ihr Kennenlernen erinnert. „Ich bin da zuerst nur zum Tanzen hingegangen.“ Andere kamen gleich als DJs, wie Alex Barck, der damals auch bereits in anderen kleinen Clubs auflegte. „Doughnuts war mein Traumclub, weil da die Platten gespielt wurden, die ich auch gerne gehabt hätte“, erinnert er sich. Das Ganze ging auch weit über die Tanzfläche hinaus, denn man traf sich aufgrund der gleichen Interessen immer und überall wieder. „Es war dann einfach eine Szene“, erklärt Sascha, „man kannte sich aus dem Plattenladen – man kam einfach nicht mehr aneinander vorbei ...“

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 7 (Winter 2017).

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