Romano
Robert Eikelpoth

Romano

Geile Freaks
Grundkurs: Romano verstehen, 101. Und das neue Album ist auch fertig.

Ab und an erwischt einen ein Künstler dann doch bei den Eiern, sprich: direkt bei den eigenen Lebenserfahrungen. Und das mag nur für die Leute überraschend sein, die Romano immer noch voller Verwirrung angucken und anhören und sich wundern, was das soll und wer dieser Kauz denn sei.

Dabei ist das alles gar nicht so schwer zu kapieren – der Mann, der da rappt, erzählt nämlich einfach echte Schoten aus seinem Leben. Das galt auch schon bei seinem Album „Jenseits von Köpenick“, ob bei der berühmten „Metalkutte“, bei „Klaps auf den Po“ oder eben „Köpenick“. Das galt aber auch schon, als er noch wenige Jahre zuvor Schlager sang, und auch davor, als er in der Berliner Szene an so ziemlich jeder Ecke auftauchte und Spaß hatte. Und daran hat sich auf dem neuen Album „Copyshop“ nichts geändert. Nehmen wir mal als Beispiel „König der Hunde“ – eben genau den Track, beim sich Romanos Leben mit dem eigenen überlagert: Romano erinnert sich, wie es für ihn war, als die Mauer fiel, Teenager plötzlich auf die Straßen ganz Berlins freigelassen wurden und man wie die wilde Wutz durch die Tage und Nächte marodierte. „Wir ziehen Freiheit auf Lunge!“, rappt er, und was soll man sagen: Genauso war es.

„Ich wollte in den Strophen das haben, was ich persönlich gesehen hab“, sagt er. Im Allgemeinen verbindet man ja vor allem die großen pathetischen Lieder mit dieser Zeit, wie Westernhagens „Freiheit“ oder „Wind Of Change“. „Ich dachte: Krass, so pathetisch war das gar nicht! Ich war ein kleiner Junge und ich erzähl’ aus meinem Blickwinkel: von Quellekatalog bis rüber ins WOM“, dem World of Music, wo das erste Geld für Platten umgesetzt wurde. „Ich bin da großer Fan des Westküsten-HipHops geworden. Ich hatte ja nur 50 Mark Taschengeld, aber ich habe fast 1000 CDs an Westküste, ich weiß gar nicht, wie ich die alle … (lacht) Darum heißt es im Song ja auch ,Langfinger-Höchstleistungsport‘. Es war eine verrückte Zeit.“

Lesen Sie mehr in SCHALL. Nr. 9 (Sommer 2017).

(0 Stimmen)
Schlagwörter :

Mehr in dieser Kategorie:

« MIA. Konstantin Wecker »