Franz X. A. Zipperer

Franz X. A. Zipperer

* 03.04.1952 - † 31.08.2015

Keiner hat mit so viel Leidenschaft und Begeisterung über Musik geredet wie Franz. Zynismus war ihm fremd – er kannte die Abstumpfung nicht, die viele in diesem Geschäft irgendwann befällt. Jede neue Reise, jedes akribisch vorbereitete Interview mit einem Künstler war ein Abenteuer für ihn, von dem er der Welt erzählen wollte. Franz hatte eine grundehrliche und offene Begeisterung für Musik und die Menschen, die sie machten. Ein Mann, der vor Ideen sprühte, der etwas Geniales und seine Nase immer im Wind hatte.

Franz Xaver Anton Zipperer wurde am 3. April 1952 in Bodendorf, heute Sinzig, geboren. 1970 machte er Abitur, ging dann zur Bundeswehr. Anschließend studierte er Pädagogik, Politische Wissenschaften, Soziologie und Philosophie in Bonn und Köln. 1977 legte er sein Diplom in Pädagogik für Erwachsenenbildung ab. Danach zog es ihn nach Düsseldorf.  ZAKK, Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation, hieß seine erste Wirkungsstätte. Hier organisierte er Konzerte, Kabarett und avantgardistisches Theater. Musiker schätzten ihn schon damals als Gesprächspartner und als Mensch. Das zeigte sich unter anderem, als bekannte Jazzmusiker eine Formation nach ihm benannten: Zipperers Idee.

Private Gründe ließen ihn nach Epstein ziehen. Franz machte sich als Agent für Künstler selbstständig und war Mitgründer der
Bookingagentur CMT Cabaret Music Theater und später des K3, des Kultur Konsortium Köln. In dieser Zeit organisierten Franz und seine Mitstreiter Partys für den Musiksender „Eins live“ mit der Veranstaltung „Eine Nacht in ...“, die es heute noch gibt. Auch andere Radiosender buchten K3 als Veranstaltungsorganisatoren, so wie der HR3 und der SWR. Franz zog später nach Buchloe, in der Nähe von München und erarbeitete dort u. a. einen Relaunch der Zeitung „clarino“, einem Fachmagazin für Blasmusik, in dem alte und neue Musik gleichermaßen thematisiert wurden. Für Franz verbanden sich damit zwei Leidenschaften: journalistisches Schreiben und seine Liebe für Musik. Der Musikjournalismus wurde nun seine eigentliche Berufung. Franz zog es als freien Journalisten nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod lebte – abgesehen von seinen vielen Reisen, die er unter anderem für seine Radiosendung mit dem Titel „Sound Traveller“ bei Radio Tide unternahm. Ob Istanbul, Budapest, London, New York, Südafrika, Südamerika, Kanada oder China – fast kein Platz auf der Erde, den Franz‘ Entdeckerfreude auf der Suche nach neuen musikalischen Erfahrungen nicht besucht hatte.

Im Herbst letzten Jahres schließlich war Franz einer der vier Gründer unseres Musikmagazins.

Franz‘ Leben endete, wie er es am liebsten gelebt hat: in Kontakt mit Künstlern, auf einer Reise, bei seiner journalistischen Arbeit. Dass Franz tot ist, können wir uns nicht vorstellen. Denn wenn wir uns Franz gedanklich in Erinnerung rufen, lebt er.

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